Die neuzeitliche politische Philosophie ist gewohnt zu fragen:

Wann dürfen wir die Freiheitsrechte von Menschen als Bürgern in Bezug auf was einschränken?

Bzw. (wenn wir zufällig Hegelianer sind): Unter welchen Bedingungen lässt sich eine solche Einschränkung selbst als Ausdruck einer sozialontologisch verstandenen Freiheit verstehen?

Ich denke, diese Frage kann sich heute in der unmittelbaren Interaktion zwischen uns  am besten klären. Situativ, immer wieder neu, immer wieder anders beantwortet.

Als viel interessantere Frage der heutigen politischen Philosophie erscheint mir diese:

Wie gehen wir dabei unmittelbar vor, wenn wir das Bedürfnis haben, einen anderen Menschen in seinem Handeln einzuschränken? Was hat sich hier mit Blick auf „das menschliche Wesen“ als am effektivsten herausgestellt?

Oder: Welche unserer Verhaltensweisen lassen unter höchst unterschiedlichen Bedingungen zwischenmenschliche Beziehungen gedeihen? – Welche Verhaltensweisen sollte man tunlichst vermeiden, wenn das unser Ziel ist?

Dies ließe sich heute mit Blick auf erfolgreiche Psychopraktiker (nicht nur im therapeutischen Feld) sehr gut definieren und theoretisch behandeln.

Daher könnte man darin das eigentliche Feld der Politischen Philosophie sehen. Und die „alten“ Fragen viel mehr dem Leben oder eben tatsächlich: dem Leben der interagierenden einzelnen Menschen überlassen. Zumindest mir scheinen sie dort deutlich besser aufgehoben zu sein, mittlerweile.

 

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