Die Frage nach der Demokratie entscheidet sich wohl auch daran, ob wir uns selbst soweit vertrauen, dass wir denken können:

„Wir trauen es den Bürgern, also uns allen zu, dass wir auch die allerkomplexesten politischen Fragen verstehen, darüber beraten und gemeinsam entscheiden können. – Gute Rahmenbedingungen vorausgesetzt. Das heißt vorausgesetzt wir geben uns: Zeit, Ruhe, Information, Gelegenheit zum Austausch mit Experten für das jeweilige Thema und Gelegenheit zum Austausch mit unseren Mitbürgern, die ganz andere Einsichten und Erfahrungen mit dem jeweiligen Thema in den Beratungsprozess mit einbringen als wir selbst.“

Sind wir nicht in der Lage, diesen Gedanken zuzulassen, werden wir immer professionelle „Politikspezialisten“ brauchen, die uns als Bürger vor uns selbst beschützen. Genauer: Vor unserer ureigenen politischen Verantwortung. Menschen, hinsichtlich derer wir dann vor der Frage stehen: „Wer aber schützt uns vor unseren Beschützern?“ All das können wir uns sparen, sobald wir politisches Selbstvertrauen haben oder systematisch entwickeln.

Es geht in der Demokratie also um Zutrauen.

Zutrauen in die allgemeine politische Kompetenz DES Menschen. Zutrauen darin, dass es Rahmenbedingungen sind, die uns „politisch klug“ oder „politisch dumm“ sind. Nicht wir selbst. Nicht wir Menschen. Nicht wir als Bürger. Zutrauen darin, dass man uns nicht vor uns selbst beschützen muss, wenn wir über Politik sprechen. Dass wir das schon können.

Demokratische Prozesse, die klug aufgesetzt sind, nähren dieses Zutrauen.

Demokratische Prozesse, die dumm aufgesetzt sind, zerstören dieses Zutrauen in uns selbst.

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