Wechselseitigkeit und Resonanz der Bürger ist das eigentliche Prinzip der Demokratie. Freundliche Begegnung des Verschiedenen. Aber eben auch: Beim ganz Anderen, der der Mitbürger möglicherweise ist, Gehör und Wiederhall zu finden.

Demokratie fokussiert damit menschliche Gemeinsamkeit, eine grundlegende humane Basis, die sich jenseits aller unserer Unterschiede in Lebensformen und jenseits all unserer Meinungs-Differenzen immer wieder finden, anerkennen und erneuern lässt.

Dieser Raum des wechselseitigen Zuhörens wird durch unsere derzeitigen politischen Institutionen mehr verhindert als systematisch erzeugt. Daher fehlt uns der eigentliche Raum des Politischen, der gerade für die Demokratie zentral ist. Aber er muss nicht fehlen. Denn es gibt durchaus praktikable „technische Lösungen“, um diesen fundamentalen Mangel unserer derzeitigen politischen Verfassung zu beheben. Diese Lösungen sind mittlerweile in vielen Varianten und Formen verfügbar.

Doch zunächst muss uns dafür klar werden, A) dass wir genau daran tatsächlich Bedarf haben; und B) dass das tatsächlich möglich ist: dass wir in unserer „Funktion als Bürger“ menschliche Gemeinsamkeiten finden, die es uns ermöglichen in wechselseitiger Anhörung eine Transformation zu durchlaufen und eine Verbundenheit zu erleben, die es uns ermöglicht, sogar eigene Fundamentalpositionen abzuwandeln, ohne dass wir uns dabei als untergebuttert oder fremdbestimmt erleben.

Möglicherweise sind diese Klarheiten nur durch unmittelbares Erfahren und Erleben zu erlangen. Nicht durch schlaue Argumente. Nicht durch Einsicht. Sondern durch vertrauenserweckende Praktiken, die man unmittelbar miterleben konnte.

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