1

Menschen können in höchst unterschiedlichen Zuständen sein.

2

Die Zustände von Menschen werden maßgeblich geregelt von der Qualität ihrer Beziehungen.

3

Die Beziehungen, die wir zu anderen Menschen haben können, werden maßgeblich beeinflusst von den Zuständen, in denen sie und wir uns befinden.

4

Beziehungsqualität bringt uns in bestimmte Zustände. Bestimmte Zustände ermöglichen/verunmöglichen eine bestimmte Beziehungsqualität.

5

Schlechte/gute Beziehungen bringen und ins schlechte/gute Zustände. Schlechte/gute Zustände bringen uns in schlechte/gute Beziehungen – Es ist ein Kreislauf.

6

Institutionen sind die Art und Weise, in der wir gemeinsam auf diesen Teufelskreislauf/Engelskreislauf bewusst Einfluss nehmen.

7

Institutionen müssen gemeinsam bestimmt und geformt werden. Eben das nennt man „Politik“ oder „Demokratie“: Bewusste gemeinsame Einflussnahme auf die Institutionen, mittels derer wir die Qualität unseres Miteinander regeln.

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Fehlt „Politik“ in einer Gesellschaft, dann „ist alles einfach alles so wie es ist.“ Das Menschliche Leben wird dann wie das Leben der Steine. Es gibt keine Bewertungen, die Wirkung erzielen, es gibt keine bewusste Veränderung, es regiert die reine Akzeptanz des So-Seins. Für Steine ist das okay. Für Menschen eher weniger.

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Demokratie erhebt uns über dieses „Leben der Steine“: Sie ist eine Meta-Institution, die wir uns selbst schaffen. Die Demokratie is eine Institution, mittels derer wir auf die Form unserer Institutionen wirksam Einfluss nehmen können, die wiederum auf die Qualität unserer Beziehungen zueinander Einfluss haben, was wiederum darauf Einfluss hat, in welchem Zustand wir uns selbst befinden. „Das Gute Leben für den Menschen“ ist daher nur durch Demokratie erreichbar. Demokratie ist eine anthropologische Notwendigkeit.

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Fehlt das Demokratische in der Politik, so wird Politik als bewusste gemeinsame Einflussnahme auf die gesellschaftlichen Institutionen zur Sache einiger Weniger. Dann beginnen die Politik und in der Folge die gesellschaftlichen Institutionen den Bedürfnissen einiger weniger zu dienen. Bzw.: Den Beziehungen von Einigen mehr zu dienen als den Bedürfnissen von Anderen. Das, was ursprünglich gedacht war als bewusste gemeinsame Gestaltung der Beziehungsqualität wird dann „privatisiert“. Der Staat, der eigentlich ein Gut sein kann, wird auf diese Weise zu einem Übel. Der undemokratische Staat wird zu einem Übel zunächst für einige Wenige, dann für die Meisten, schließlich für alle Menschen in so einer Gesellschaft, die dann nicht mehr einvernehmlich auf die Qualität ihrer Beziehungen Einfluss nehmen können.

Dann prallen wir einfach aufeinander als wären wir Steine. Eine solche Gesellschaft gleicht einem Geröllhaufen. Zwischen Steinen sind schlechte Beziehungen der Normalfall. Nur kennen Steine eben keine solchen vielfältigen Möglichkeiten hinsichtlich ihrer Zustände, und auch keine solchen intensiven wechselseitigen Einflüsse aufeinander, die das Wort „Beziehung“ überhaupt erst mit Sinn führen. Die Beziehungen der Steine in einem Geröllhaufen reduzieren sich auf wechselseitigen Abrieb.

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