1.) Einfach mal öfter lächeln. – Auch wenn einem gerade gar nicht danach ist.

Wirkt: Unzuverlässig

Probleme:

  • Die Wissenschaft ist sich noch nicht ganz einig, ob das überhaupt gesund ist.
  • Menschen, die gerade Mist gebaut haben und dringend ganz anderes emotionales Feedback bräuchten, werden durch das Angelächelt-Werden dazu ermutigt, weiter tierischen Mist zu bauen
  • Wie bei allen individualethischen Methoden zur Weltverbesserung muss man ganz fest beide Augen vor dem Ausmaß menschlichen Leidens in der Welt schließen, um diese Methode dauerhaft durchzuhalten. Meist wird das unmotivierte Lächeln durch die emotionale Abschaltung, die es braucht, um es durchzuhalten, emotional hohl und leer. Eine reine Maske. Eine groteske Maske. Ein reiner Selbstschutz. Etwas, das mehr nach Innen wirken soll als nach Außen. Und das merkt man irgendwann nicht mehr nur innerlich, sondern auch im Außen. Das aufgesetzte Lächeln wird wirkungslos, weil es erkennbar nicht mehr mit Emotion gefüllt ist.

2.) Tolle neue technische Dinge erfinden, „technologischer Fortschritt“

Wirkt: Unzuverlässig

Probleme:

  • Side effects. Viele technische Neuerungen sind bei ihrer Ausbreitung „Fluch und Segen“ zugleich. Jede technische Innovation verursacht „Kosten“ und stellt die Frage danach, wer diese ihre Kosten trägt.
  • Missbrauch: Bei jeder technischen Neuerung stellt sich die Frage nach ihrem Gebrauch und die Frage nach der Kontrolle über ihren Gebrauch. Wer entscheidet? Jede neue Technologie stellt die Frage nach der Macht. Wer bestimmt, wie sie eingesetzt wird und wie nicht?
  • Indem neue Technologie vorhandene Machtasymmetrien verstärkt oder neue schafft, kann sie gerade dann, wenn sie besonders „segensreich“ ist, ein ganz besonders großes Übel werden. Und damit alles andere als eine „Weltverbesserung“.

3.) Die Gesetze und Verfassung ändern

Wirkt: Unzuverlässig

Probleme:

  • Wie bei jeder Technologie, so stellt sich auch bei der Sozialtechnologie die Frage nach der Macht und nach der Kontrolle über diese Technologie
  • Doch selbst wenn man absolutes Wohlwollen bei Gesetz- und Verfassungs-ändernden Menschen voraussetzt (was zwingend erfordert, dass sie gottgleiche Wesen sein müssen), bleiben immer noch zwei weitere Probleme bei dieser Weltverbesserungs-Methode. Eins davon: Woher wollen diese ungöttlichen Reformer überhaupt wissen, was für andere Menschen gut ist? Für Menschen, die so ganz anderes erlebt haben als sie selbst und die in so ganz anderen Situationen leben wie sie selbst? Selbst bei den allerbesten Absichten müssen solche Gesetzes- und Verfassungsänderungen verunglücken. Aus bloßer sozialer Unwissenheit. Aus der gegebenen menschlichen Vielfalt der Erfahrungen und Lebenssituationen heraus, die das Prinzip „wir machen es so, wie es für uns selbst gut wäre“ zu einer katatrophalen Kraft macht.
  • Das zweite Problem, das auch bei vollkommenem Wohlwollen der Reformer von Gesetzen und Verfassungen erhalten bleibt, hat nichts mit sozialer Unkenntnis zu tun, sondern mit der Verschiedenheit der Ansprüche an die gleiche Sache. Bei jedem möglichen Gesetz und jeder denkbaren Verfassung gibt es verschiedene Beteiligte („stakeholder“) mit gegenläufigen Interessen. Ich kann nur dem einen nutzen indem ich dem anderen schade. Inwiefern das dann aber „Weltverbesserung“ sein soll, ist doch ziemlich fragwürdig.

4.) Eine Meta-Verfassung („Demokratie“) einführen, die alle Menschen befähigt, selbst miteinander die Gesetze und Verfassung zu ändern, so wie es gerade nach ihrem gemeinsamen Empfinden erforderlich ist

Wirkt: Zuverlässig

Probleme:

  • Das Motiv fehlt. Wer hat schon an wirksamer, funktionierender, ständiger Weltverbesserung ein echtes Interesse? Wenn wir ehrlich sind, müssen wir sagen: niemand.
  • Es ist ziemlich anstrengend für alle. Und zwar ständig.
  • Man hat keine Ausreden mehr. Es gibt niemanden mehr, gegen den man wettern, auf den man schimpfen kann. Alle Sündenböcke sind plötzlich weg. Man kann sich nur noch an die eigene Nase fassen. Sehr unangenehm!

Wir können also festhalten: Wirksame, zuverlässige Weltverbesserung will kein Mensch.

 

 

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