Achtsamkeit hat nicht bei uns allen einen guten Stand. All zu schmal vor der Brust scheint sie daher zu kommen, Yogi-Tee trinkend und Räucherstäbchen anzündend.

Wie aber sieht es mit „Achtung“ aus?

Achtung gibt es einmal in der deutschesten aller Versionen…

…die uns sehr direkt darauf hinweist, dass „attention“ ganz generell ein knappes, rares Gut ist in unserem engen, ausschnitthaften menschlichen Bewusstsein. Ob diese „Achtung“ aber wirklich weiterhin genehmigungspflichtig bleiben soll, ist noch nicht ganz raus.

Dann gibt es da „die Achtung vor dem Leben“. Aber das ist nun ja auch schon wieder ein parteiischer Slogan. Und mit der Aufmerksamkeitsspanne von Parteien haben wir mittlerweile so unsere ganz eigenen Erfahrungen gemacht.

Aber vielleicht kann „Achtung“ überhaupt auch noch einmal etwas völlig anderes bedeuten als „Achtsamkeit“ und „Aufmerksamkeit“? So wie das ihre alte Freundin, die „Verachtung“, schon die ganze Zeit über andeutet?

Eine etwas entspanntere Achtung müsste das allerdings sein, als es jene „Achtung! Achtung!“-Achtung ist. Denn Dauerangespanntheit, das macht unser gezwungenermaßen recht ökonomisch arbeitendes Gehirn einfach nicht mit.

„Entspannte Achtung“? – Da scheint sie doch glatt wieder aus dem Hut zu hüpfen, die zartbesaitete, hochsensible „Achtsamkeit“! Sie ist aber auch ein verdammt hartnäckiges Viech!

Vielleicht geht es bei der Achtung auch mehr um Langsamkeit als um Entspanntheit? All die Reize in Ruhe zu verarbeiten, die kontinuierlich auf uns einprasseln? Sich dafür die Zeit zu nehmen? Um dann sehr klar und durchaus angespannt (wenn die Achtung es gebietet) darauf zu reagieren? – Um nicht zu sagen „konzentriert“? „Geistesgegenwärtig“?

Oder um die ganz grundsätzliche, ausnahmslose und ausdrückliche Beachtung, die ein jeder Mensch qua Menschsein verdient hat? Darum, sich für alle Menschen, für alles Menschliche genügend Zeit zu nehmen, nämlich die, die sie einfach gerade von einem brauchen? In voller Beachtung der eigenen Grenzen?

Und dabei scheint es so zu sein, dass der Begriff der Achtung sich um so mehr zu entziehen scheint, um so mehr Beachtung man ihm selber schenkt. Wen und was wir beachten, wechselt von einer Sekunde zur anderen. Und da also „Beachtsamkeit“ ohnehin ständig gegeben ist…

…Ach Dung, Ach Du weißt schon, Ach Mist, Ach Scheiße. Beachten Sie diesen Text einfach nicht weiter. Weitermachen, weiterachten, weitergehen…

…hier gibt’s nichts zu verstehen!

 

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