Einen der wichtigsten Lernschritte, die ich in meiner ersten Coaching-Ausbildung erlitten habe, ergab sich für mich aus der Anleitung:

Wenn du als Coach gerade verwirrt bist, dann halt einfach mal die Klappe. Sag nichts.

Das kann überaus entlastend und produktiv sein. Für alle Beteiligten.

Später habe ich dann auch noch das genaue Gegenteil gelernt:

Wenn die üblichen Spielchen deines Kunden dich ganz genauso wie alle anderen Interaktionspartner deines Kunden zu verwirren beginnen, dann plappere munter drauf los. Rede Amok. Besser du verwirrst sie, als wenn sie dich verwirren. – Das Umgekehrte macht nur Sinn, wenn du annimmst, du selber wärst gerade der Klient, und nicht sie.

Möglicherweise ist das aber auch nur eine Variante des Üblen:

Wenn Du sie nicht überzeugen kannst, verwirr sie!

Natürlich ist immer auch das hier möglich:

Sorry. Aber das habe ich jetzt grade nicht verstanden. Wie meinten Sie soeben so goldrichtig? *ExtremBesondersVerwirrtAusDerWäscheSchau*

Das ist die brave, zahme Variante von verbalem Amoklaufen.

Was aber alle diese Reaktionsweisen eint, ist die Haltung:

Was auch immer kommt, es lässt sich etwas Gutes daraus machen. Weil nämlich gleich was kommt, das jeweils bereits etwas Gutes ist!

Oder auch:

You’re welcome!

Denn auch die Amokrederei ist ja meist keine Amokrederei ohne Bezug. Denn auch im Bruch liegt immer noch Bezug. Fragt sich nur, wer im Coaching die Verantwortung für den Bruch übernimmt und wer die Verantwortung für den Bezug… 😉

Jedenfalls ist es so, dass wenn das, was einem begegnet, bereits aus Prinzip als etwas Gutes verstanden wird, es ja systematisch nur darum gehen kann, eventuell, vielleicht gemeinsam etwas NOCH Besseres daraus zu machen.

„Das Beste“ wäre jetzt vielleicht etwas vermessen. Das muss ja nun nicht unbedingt sein. Für hier können wir festhalten:

Das Gute ist der Freund des Besseren.