Wie jemals konnten wir auf die Idee kommen, dass etwas „Demokratie“ heißen könnte, dass wir etwas „Demokratie“ nennen sollten, das ohne Begegnungen auskommt? Ohne dass die, die sich da „demokratisch miteinander verbinden“ je in einem Raum zusammenkommen, ohne dass sie sich die Hände schütteln, ohne dass sie sich in die Augen schauen, ohne dass sie den anderen auf sich wirken lassen und sich auf den anderen wirken lassen, als Personen, als Menschen?

Wie haben wir so völlig verdrängen und aus den Augen verlieren können, dass Begegnung unerlässlich für alles war, was einmal „Demokratie“ hieß?

Wie haben wir jemals auf den Gedanken kommen können, es ginge bei „Demokratie“ bloß um eine formale Verbundenheit, um eine Verbundenheit „auf dem Papier“? Und nicht um eine Verbundenheit, die von allen Bürgern unmittelbar und regelmäßig erlebt werden muss?

Wie sind wir jemals auf den Trip gekommen, eine Schmalspur-Demokratie zu erschaffen, die auf alles verzichtet, was Demokratie einmal ausgemacht hat, und dennoch von „demokratischen Prozessen“ zu fabulieren?

Wie haben wir uns einbilden können, eine bloß eingebildete, eine „virtuelle“ Demokratie, ein völlig blutleeres, emotionsloses, menschenbereinigtes, rein bürokratisches Gebilde könne jemals politisch befriedigend für uns sein? Wie kamen wir darauf, so etwas Unmenschliches könne ein friedliches Zusammenleben und gute Beziehungen zwischen uns stiften?

Wie?