Wenn eine Gesellschaft gemeinsame Dinge regeln will, gibt es nichts Besseres als Demokratie:

Geloste Bürgerversammlungen, die bewährte demokratische Praxis der Isegorie, Lösungsfindung und wechselseitige Beratung in Kleingruppen, gewichtende Abstimmung im Plenum, bei der jeder gleich viele Stimmen hat.

Das gilt z.B. auch für die flächendeckende Einführung von selbstfahrenden Autos. Nimmt der Individualverkehr ab, nimmt der Regelungsbedarf zu: Weil Mobilität dann zentraler geregelt wird, ist es wichtig, dass diese Regelung demokratisch erfolgt und und keinem anderen Modus. Denn sobald es „Zentralen“ gibt, müssen alle gleichen Einfluss auf dieses Zentrale haben.

Ansonsten gibt es beständigen Ärger und dauerhaften Unfrieden.

Aber das wissen wir ja bereits.

Denn wir erleben es ja bereits heute täglich, wie es ist, wenn Demokratie nur ansatzweise, zaghaft und kärglich praktiziert wird. – Wenn sich über die Institutionalisierung von „Zentralen“ allgemeine Ängste vor Benachteiligung herausbilden anstatt gemeinsame Regelungen, hinter denen die gesamte Gesellschaft steht.

Dann entsteht ein Kampf darum, „möglichst nah an der Zentrale zu sein“ bzw. „die Schaltstellen der Macht zu erobern“. Dann entsteht ein ständiger Kampf um Privilegien.

Und im Kampfmodus lassen sich die zu regelnden Dinge eben nur schlecht regeln: Ständig werden vorhandene Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche zur Seite geschoben, bagatellisiert, verdrängt. – Mal die der einen „Partei“, mal die der anderen „Partei“.

In solche „Regelungen“ werden die Bedürfnisse der Verschiedenen NICHT integriert.

Und desintegrierte Regelungen sind eben immer schlechte Regelungen. – Regelungen, gegen die es immer lautstarke „Opposition“ geben wird: „Not in my backyard!“

Demokratie arbeitet dem vor, arbeitet dem entgegen. Sie integriert alle von vornherein in den Prozess: Sie gibt allen die Sicherheit, dass ihre Bedürfnisse Gewicht haben werden bei einer Regelung.

Demokratische Regelungen haben deswegen Bestand und rufen keinen lautstarken Widerstand gegenüber IRGENDEINER Regelung hervor, weil in einer Demokratie die Menschen „die Dinge selbst regeln“. Gemeinsam. Miteinander.

Weil sie nicht „überreguliert“ werden. Sondern sich selbst regulieren.

Und es ist erstaunlich zu sehen, welche Regeln sich Menschen selber geben wollen, wenn sie eben nicht von außen auf sie zukommen, nicht „von oben herab“, sondern aus einem gemeinschaftlichen, empathischen, wertschätzenden Prozess.

Dass leistet Demokratie und nur sie.