Die meisten von uns denken ja die meiste Zeit über nichts Gutes von sich. Das wiederum mag als gut erscheinen, als ausgeprägte Selbstkontrolle oder ein Weg, sich ein gutes Gewissen zu bewahren – indem man eben ständig ein schlechtes hat.

Wir können aber durchaus auch mal infrage stellen, ob es wirklich so wünschenswerte Folgen hat, wenn wir ständig an unserer eigenen moralischen Qualität Zweifeln. Ob also „die großen Bösewichte der Geschichte“ wirklich so gut von sich selbst gedacht haben, wie es uns von außen manchmal erscheint. Denn sehr wahrscheinlich war auch bei ihnen wohl eher das gerade Gegenteil der Fall.

Und so kann es ein ziemlich erfrischender Schritt für uns sein, einfach einmal davon auszugehen, dass wir einen rundum guten moralischen Kern haben. Dass es an unserer grundsätzlichen Güte rein gar nichts zu bezweifeln gibt.

Und auf dieser Grundlage können wir uns dann hin und wieder guten Gewissens die eine oder andere Bosheit erlauben. Also genau das, was wir die ganze Zeit über befürchtet haben: Dass wir, wenn wir all zu gut von uns selber denken, „moralisch lax“ werden könnten. Gut so!