Vielleicht kann man als Ziel unserer Bemühungen um eine Weiterentwicklung unserer Demokratie und eine weitergehende Demokratisierung unserer Gesellschaft ausgeben:

Normalisierung der Demokratie. Veralltäglichung der Demokratie. Langweilig-machen der Demokratie.

Wer verstehen will, warum das ein erstrebenswertes Ziel sein könnte, kann das für sich noch einmal mit einem etwas älteren Text abgleichen, den Andreas Schiel 2014 über die Demokratie in der Schweiz verfasst hat und in dem der schöne Satz fällt:

Es scheint: Direkte Demokratie ist in der Schweiz keine Schicksalsfrage, sondern Alltag.

Denn das bedeutet auch: Dass Politik zu einer völlig alltäglichen Größe in unser aller Leben wird. Kein Aufreger. Nichts, was Skandalisierung oder Dramatisierung braucht. Es bedeutet, dass politische Entscheidungen völlig regelmäßig und routiniert in die Bürgerschaft gegeben werden. In Verfahren, die schon durch ihre Prozedur einer Dramatisierung der verhandelten Themen entgegenwirken. Und die dann von einer Politik gewohnten Bürgerschaft ebenso routiniert entschieden werden.

Weil es für uns als Bürger völlig normal ist, beständig an unserer Politik beteiligt zu sein.

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