Unser derzeitiges medizinisches System ist so gebaut, das unsere Ärzte kein Interesse an unserer Gesundheit haben können. Unsere Ärzte haben Interesse an unseren Krankheiten.

Das ist keineswegs die Schuld unserer Ärzte. Es geht auf das Konto von Fehlanreizen, die wir alle gemeinsam institutionell herstellen. Beständig herstellen.

Ich bin schon seit vielen Jahren ein Fan jenes medizinischen Systems, das der Legende nach angeblich im alten China am Werk war: Der Arzt wurde so lange von einem bezahlt, wie man gesund blieb. Sobald man krank wurde, blieb die Zahlung aus.

Da wir hierzulande – über unsere Krankenversicherungen – sowieso alle beständig in unser medizinisches System einzahlen, wäre für uns heute die Umstellung auf ein solches salutogenetisches System gar nicht mal so schwer.

Gut, einige Dinge würden sich beträchtlich verkomplizieren, z.B. die freie Arztwahl. Und wie gehen wir mit den ganzen medizinischen Spezialisten um, die wir haben und manchmal (sehr selten) brauchen?

Aber ich bin mir sicher, dass wir auch dafür Lösungen finden würden, mit denen auch unsere Ärzte sehr gut leben könnten, wenn wir nur die Vorteile eines medizinischen Systems wahrnehmen würden, das konsequent auf Salutogenese umstellt, anstatt sich auf Krankheitsbehandlung zu fixieren

Und noch sicherer bin ich mir, dass es uns Patienten und mehr noch den Ärzten verdammt gut tun würde, dass sich durch ein auf Salutogenese fokussiertes System die Arzt-Patienten-Beziehung wieder intensivieren würde. Wenn der Arzt wieder ein Kümmerer sein darf und vielleicht auch sein muss, wenn er finanziell einigermaßen gut da stehen will.

Denn das unmenschliche Medizinsystem, das wir derzeit haben – Das will ja im Grunde keiner haben.

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