In meinem Nahumfeld gibt es gerade sehr viel unmittelbare Ablehnung gegenüber der Umbenennung der Xing SE in New Work SE. Viele meiner Freunde und Netzwerkkontakte haben dazu Ansichten, wie sie etwa Sven Franke in noch vergleichsweise freundlichem und diplomatischem Ton formuliert.

Auf der anderen Seite der Sache steht aktuell meine Frau: Nicht nur dass sie in recht zentraler Rolle für ein Unternehmen arbeitet, das vor einiger Zeit von Xing aufgekauft wurde, wobei diese Übernahme unter all den vielen Übernahmegeschichten, die ich in meinem Leben hören durfte, bisher ganz eindeutig eine von der besseren Sorte ist, nein, sie ist aktuell auch auf der von Xing organisierten „New Work Experience 2019“, die „in meinen Kreisen“ schon lange verpönt ist als ein Promi-Schaulaufen und hochpreisige Eliten-Veranstaltungen. Motto dieser Kritik: „Und DAS soll jetzt also New Work sein, oder was?“

Nun ist es aber so, dass meine Frau von all den Vorträgen, Workshops und Begegnungen mit Typen wie Ricardo Semler, Frédéric Laloux, Gerald Hüther und Joschka Fischer für sich tatsächlich recht viel mitgenommen zu haben scheint. – Das hebelt die grundsätzliche Kritik an Xing und an dem, was Xing mit „New Work“ anstellt, zwar nicht aus, aber ich für mich kann durchaus anerkennen, dass da gerade irgendwie AUCH was Gutes passiert. Also zumindest im Leben meiner Frau ist das so, die ein kleines Teilnehmerlein auf der großen Elbphilharmonie-Prestige-Zusammenkunft ist. Nach allem, was ich mitkriege, dürfte sie wohl nach ihrer und durch ihre Teilnahme dort in Zukunft einige Sachen nochmal etwas anders angehen als bisher. Fühlt sich gut an für mich beim Zuhören.

Tja, was mach ich jetzt für mich damit? Lasse ich beides, völlig unverbunden, nebeneinander stehen? So nach der Devise: „An beidem ist was dran, ist eben so.“ Oder arbeite ich mich ab an den völlig verschiedenen Bewertungen von dem, was die zukünftige New Work SE gerade alles so tut bzw. nicht tut?

Dialektik, Synthese, wo seid Ihr, wenn man Euch braucht? 😉

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